gemeinde auf dem weg

In der evangelischen Kirche in Pforzheim erfolgt derzeit eine große Umstrukturierung. Es ist ein nicht so leicht durchschaubarer Prozess. Auf dieser Seite unserer Homepage versuchen wir – vorrangig für die Markus- und Thomasgemeinde – darzustellen, welche Schritte bedacht und gegangen werden. Ältere Beiträge dazu befinden sich am Ende dieser Seite. Der aktuellste steht jeweils ganz oben. AnsprechpartnerInnen für Fragen und Ideen sind sowohl die Pfarrerinnen, als auch die Ältesten unserer Gemeinden. 

Gemeindeversammlung der Nordstadtgemeinden am 22. Juli 2018

Aufmerksame Zeitungs-Leser*innen verfolgen es schon geraume Zeit: Die Ev. Kirche in Pforzheim ist nicht nur damit beschäftigt, ihre Ortsgemeinden und deren Kirchen und Gemeinderäume in einem anspruchsvollen Prozess zukunftsfähig zu machen. Auch für die Kindergarten-Landschaft in eigener Trägerschaft gibt es Vorgaben, die Umstrukturierungen und Neuordnungen erforderlich machen. Beide

Themen-Schwerpunkte standen auf der Tagesordnung der gemeinsamen Gemeinde-Versammlung der Markus- und Thomasgemeinde am 22. Juli 2018.

 

Doch zunächst gab es einen sehr persönlichen und berührenden Impuls von Pfarrerin Esther Philipps.

 

Anschließend stellte Pfarrerin Ruth Nakatenus die Ursachen für die Veränderungen in der Kita-Landschaft und die Beschlusslage der Synode dar. Sie gab einen Überblick über die konkrete Situation der Kitas (gemäß tagesaktuellem Stand) besonders in der Nordstadt. Daran schloss sich eine engagierte Aussprache an.

Auf Seiten der Eltern und Erzieherinnen gab es verständlicherweise viele Befürchtungen im Blick auf die Entwicklung in der Zukunft und Unzufriedenheit mit den bisher im Raum stehenden Beschlüssen. Auch die Enttäuschung darüber, dass die Landeskirche auf die Aktion der evange­lischen Eltern bei der Frühjahrs-Landessynode keinerlei Reaktion gezeigt hat, wurde noch einmal deutlich benannt.

Für Pfarrerinnen und Mitglieder der Ältestenkreise ist all das gut nachvollziehbar. Gleichzeitig sind sie mit der Tatsache konfrontiert, dass der Ist-Stand schon geraume Zeit nicht mehr finanzierbar

ist. An dieser Stelle war es ihnen wichtig, auf zwei Punkte hinzuweisen:

  1. Die Gelder, die die Ev. Kirche in Pforzheim erhält, verwaltet und ausgeben kann, können nicht beliebig hin und her geschoben werden. Sie unterliegen Zweck-Bindungen, die eingehalten werden müssen.
  2. Es gab wohl keinen wirklich guten Zeitpunkt, mit den Beschlüssen an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Entscheidung, das Konzept langfristig und komplett offen zu legen, bedeutet für die Eltern und Erzieherinnen, viele Fragezeichen aushalten zu müssen, die einfach noch bestehen – auch für die Verantwortlichen. Die Alternative wäre gewesen, die 2021 anstehenden Schließungen erst sehr kurzfristig anzukündigen. Das hätte sich für die Verantwortlichen auf Seiten der Kirche nicht fair angefühlt. Und es hätte die Betroffenen wahrscheinlich noch mehr vor den Kopf gestoßen.

Im zweiten Hauptteil der Versammlung berichtete Norbert Echle über die Entwicklung seit der Beschlussfassung zur Fusion der drei Innenstadtgemeinden mit den beiden Nordgemeinden. Die Fusion ist für März 2019 geplant, damit der Ältestenkreis danach ausreichend Zeit hat, die im Dezember 2019 anstehenden Wahlen des neuen Ältesteskreises vorzubereiten. Zurzeit wird in den bekannten Gremien und Ausschüssen (s. unten| DIE MONATE GEHEN INS LAND ...) daran gearbeitet, die Fusion so reibungslos wie möglich vorzubereiten und dann auch durchzuführen.

Im Blick auf die Gebäude ist die Beschluss-Fassung über das Innenstadtzentrum erfolgt. In der Thomasgemeinde wird derzeit geprüft, ob der linke Teil des Gemeindezentrums mit dem Gemeindesaal und den darüber liegenden Stockwerken an die Diakonie-Station Pforzheim verkauft werden kann.

Da die Ev. Kirche Pforzheim mit ihren Bauvorhaben wahrscheinlich die nächsten 4-5 Jahre ausgelastet ist, ist derzeit nicht davon auszugehen, dass im Komplex Markus etwas Grundsätzliches geschieht. Auch zu

diesem Tagesordnungs-Punkt gab es eine Aussprache. Die Vertretung des Elternbeirats wünscht sich, dass der Markus-Kindergarten so lange weiter betrieben wird, bis klar ist, was mit den Gebäuden geschehen wird.

 

Auf die Frage, wie es zukünftig um die Gestaltung der Gottesdienste steht, weist Pfarrerin Ruth Nakatenus darauf hin, dass es bis in das nächste Jahr wie bisher weitergeht. Sie berichtet von den Bestrebungen des Kirchenbezirks, die Gottesdienst-Landschaft in Pforzheim anzupassen und weiter zu entwickeln.

Pfarrerin Esther Philipps weist später (aufgrund einer Wortmeldung unter dem Tagesordnungs-Punkt „Verschiedenes“) nochmal darauf hin, dass es für die Anfangszeiten der Gottesdienste in der Nordstadt eine ganz klare Regelung gibt:

  • In den Sommerferien finden alle Gottesdienste (die sog. Nordstadt-Gottesdienste) um 09:30 statt.
  • An Sonntagen, in denen in beiden Kirchen Gottesdienst gefeiert wird, beginnt Thomas um 09:30 Uhr und Markus um 11 Uhr.
  • Gemeinsame Gottesdienste außerhalb der Sommerferien beginnen immer um 11 Uhr – sowohl in Thomas, als auch in Markus.

Unter dem zweiten Tagesordnungs-Punkt wird auch – mit Verweis auf die Auflösung der ehemaligen Paulus-Pfarrei – die Sorge geäußert, dass die Gemeindeglieder den Weg der Fusion nicht mitgehen würden. Pfarrerin Ruth Nakatenus erklärt dazu, dass im Gegensatz zum Wegfall der damaligen Paulusgemeinde auch nach der Fusion Personal und Teile der Gebäude auf dem Gebiet der Thomas- und Markusgemeinde erhalten bleiben. Wichtig ist ihr, dass alle Gemeindemitglieder auf dem Weg

mitgenommen werden können.

In diesem Sinne lädt Pfarrerin Rebekka Neubert die Anwesenden ausdrücklich dazu ein, die

Informationen, die sie selber zum Prozess erhalten und erfragen, auch immer

wieder mit anderen Gemeindegliedern zu teilen.

Ein neuer Name wird gesucht

Zur Fusion unserer fünf Gemeinden gehört es auch, dass die zukünftige Gemeinde einen neuen Namen erhält.

In den Prozess der Namens-Findung möchten wir die Öffentlichkeit mit einbeziehen.

Von Sonntag, dem 17.06.2018 bis Sonntag, den 07.10.2018 können Gemeindemitglieder sowie andere interessierte Personen Ideen für den Namen der neuen Gemeinde beisteuern.

In unseren Gottesdiensten am 17.06. erfolgte der Auftakt zu dieser Aktion. Ab jetzt werden Namens-Vorschläge in den Pfarrämtern entgegengenommen - auch per Mail. Wir freuen uns, wenn die Mitteilungen auch eine kurze Erklärung enthalten, warum ausgerechnet dieser Name für unsere neue Gemeinde vorgeschlagen wird. Nach der Vorauswahl durch den Öffentlichkeits-Ausschuss werden die fünf Ältestenkreise in einer gemeinsamen Sitzung den neuen Namen der zukünftigen Gemeinde aussuchen. Ende November 2018 wird dieser Name bekanntgegeben.

Die Monate gehen ins Land...

 … und am Sonntag, den 22.7.2018 wird es wieder eine GEMEINSAME GEMEINDEVERSAMMLUNG für die beiden Nordstadtgemeinden geben. Wir treffen uns dazu vor dem Gottesdienst um 9.30 Uhr

bei Kaffee und Hefezopf im Gemeindesaal der Markusgemeinde. Um 11 Uhr feiern wir dann gemeinsam Gottesdienst. TOPs können bei den Gemeindeversammlungsleitern der Gemeinden, Markus Korhummel (MA) und Gerd Hötger (THO), und den Vorsitzenden der Ältestenkreise, Winfried Neuhäuser (MA) und Antonio Caro-Sultan (THO), angemeldet werden.

 

… und es wird an vielen Themen intensiv gearbeitet. Deshalb an dieser Stelle - als Auffrischung der Erläuterungen der letzten gemeinsamen Gemeinde-Versammlung - einen kurzen Überblick über die

Fragen und Aufgaben in unseren verschiedenen Gremien:

  • Der Regionalrat Mitte-Nord ist das Gremium, in dem alle fünf Gemeinden die Fusion 2019 vorbereiten. Für die verschiedenen Themen-Felder wurden Ausschüsse gebildet, da es nicht möglich ist, alles in großer Runde zu bearbeiten. Folgende Themen-Felder gibt es derzeit:
    • Budget (incl. Personal)
    • Leitungs-Strukturen der zukünftigen Gemeinde (incl. Übergangs-Lösungen für die Zeit zwischen der Fusion im März 2019 und den Ältesten-Wahlen im Dezember 2019)
    • Öffentlichkeits-Arbeit (incl. Namensfindung und Signet)
    • Seelsorge- und Predigt-Bezirke (incl. Visionen für die zukünftige Gemeinde)
  • Die AG-Nord ist das Gremium, in dem Markus und Thomas über den zukünftigen Schwerpunkt in der Nordstadt und die Gebäude-Fragen beraten und entscheiden. Beides ist eng miteinander verknüpft.
  • Die AG-Gottesdienst legt den Gottesdienst-Plan für die Nordstadt fest. Das hat sich bewährt. Die Pfarrerinnen erleben die Struktur der Doppel-Gottesdienste als Entlastung und als Bereicherung, und Menschen aus beiden Gemeinden haben inzwischen zahlreiche schöne Gottesdienste gemeinsam gefeiert.
  • Die beiden Ältestenkreise von Markus und Thomas tagen in 2018 jeden 2. Monat gemeinsam, denn es gibt zunehmend Punkte auf den Tagesordnungen, die beide Gemeinden gemeinsam betreffen. Außerdem ist es ein weiterer bewusster Schritt auf dem Weg zum Wir.

ENTWICKLUNGEN SEIT DEN SOMMERFERIEN 2017

Kurz vor den Sommerferien gab es eine Exkursion nach Mannheim, wo sich Pfarrerinnen und Älteste einige Kirchen anschauten, für die der Prozess der Flächen-Reduzierung und der Schwerpunkt-Ausgestaltung bereits abgeschlossen ist.

Ende Oktober folgte ein Gespräch mit der Evangelischen Kirchenverwaltung in Pforzheim (EKV).  Ausgangspunkt der Begegnung war der Beschluss, beide bisherigen Kirchen-Standorte zu erhalten. Sie sollen flächenmäßig so reduziert werden, dass sie die Vorgaben der Evangelischen Landeskirche in Baden erfüllen. Gleichzeitig sollen sie für die vorgesehenen Nutzungen den bestmöglichen Rahmen zur Verfügung stellen. Im Dialog mit der Kirchenverwaltung werden Pfarrerinnen und Älteste der Markus- und Thomasgemeinde nun daran gehen, ein Raum- und Nutzungs-Programm zu erarbeiten.

Am zweiten November-Wochenende haben 12 Mitglieder der beiden Ältestenkreise gemeinsam mit

Pfarrerin Nakatenus und Pfarrerin Neubert daran gearbeitet, die beiden Aufgaben-Bereiche Reduzierung der Gebäudeflächen und das Ausgestalten eines inhaltlichen Schwerpunktes weiter voran zu bringen. Pfarrerin Philipps war leider erkrankt. Bzgl. beider Bereiche wurden erste Schritte in Zeitschienen

erfasst. Mit Unterstützung von zwei Moderatoren, die den Prozess begleitet haben, konnten im Bereich der inhaltlichen Schwerpunkte auch erste konkrete Projekte ausgewählt und vorgedacht werden. Mit Blick

auf das Ziel, religiöses und kulturelles Wissen und Wachstum zu fördern, soll im 2. Quartal 2018 ein Kino-Projekt starten, in Zusammenarbeit mit in der Stadt ansässigen Profis. Für neue und neu formulierte Ideen im Bereich spirituelle Angebote wird es zunächst eine Sondierung dessen geben, was bereits vorhandenen ist oder schon einmal angeboten wurde.

Ältestenkreise und Pfarrerinnen erlebten ein anstrengendes, aber im Ergebnis auch mutmachendes und weiterbringendes Wochenende. U. A. wurde erneut deutlich, wie gut wir miteinander arbeiten können und dass wir weiter zusammenwachsen. Dieses Erleben möchten wir gerne auch in die Gemeinden tragen und in den verschiedenen Gruppen fördern.

GEISTLICH SPRACHFÄHIG WERDEN – UND BLEIBEN

Seit jeher geben Menschen ihr Wissen und ihre Werte weiter, leben ihren Glauben, stehen Rede und Antwort, wo andere, z. B. nachfolgende Generationen, Fremde oder einfach Interessierte danach fragen. Diesen Schwerpunkt, den Markus und Thomas da in den Blick genommen haben, könnte man auch kurz Bildung nennen. Denn auf die oben beschriebene Weise bilden sich Menschen, Individuen, Charaktere. Doch wenn Kirchengemeinde sich diesen Schwerpunkt setzt, ist Bildung vielleicht ein irreführender Begriff, auch wenn er durchaus zutrifft. Denn was hier vorgestellt, gelebt und zur Verfügung gestellt werden soll, hat einen Blickwinkel, der den Menschen als Gottes Geschöpf und Subjekt seiner Liebe wahrnimmt.

An diesem Ausgangspunkt setzen wir an und stellen unsere Fragen, teilen unser Wissen, suchen die Antworten, die weiterführen – egal, um welches konkrete Thema es gerade geht. Dies geschieht bereits und soll für die sich ändernden Verhältnisse doch auch neu angeschaut, durchdacht und umgesetzt werden.

Durch die regionale Zuordnung eines Diakons mit dem Schwerpunkt Kirche und Schule, liegt es nahe, zu schauen, wie wir auch vermehrt den jüngeren Generationen Einblick gewähren können in das, was uns wichtig ist, in das, was wir glauben und leben als Christinnen und Christen in unserer Gottesbeziehung und in unserer Kirche. Wie können wir dazu einladen, dass junge Menschen sich das nötige Wissen aneignen, aufgrund dessen sie eigen­verantwortlich Position beziehen können – zu Gott und der Welt? Das ist eine der Fragen, die uns in diesem Zusammenhang beschäftigt.

Und wir freuen uns, wenn Menschen Lust haben, sich einzubringen in die Arbeit, die daraus erwächst.

FARBIGE VIELFALT  -  BEI UNS?!

Damit Markus und Thomas in den nächsten Jahren mit den drei Innenstadtgemeinden fusionieren können, muss evangelische Kirche in der Nordstadt nicht neu erfunden werden. Sie existiert bereits. Und die Menschen, die mit ihr und in ihr leben und sie mitgestalten, wissen um den Wert, den diese Kirche für sie hat.

Im Rahmen der Umstrukturierung hat die Synode der evangelischen Kirche in Pforzheim beschlossen, dass die einzelnen Standorte durch einen Schwerpunkt gekennzeichnet sind, der die Arbeit vor Ort charakterisiert und gleichzeitig die Gesamtheit des Evangelischen Dekanats Pforzheim Stadt bereichert. Wie bereits erwähnt, heißt der Schwerpunkt in der Altstadtgemeinde Diakonie, in der Michaelsgemeinde Ökumenische Citykirche und in der Stadtkirchengemeinde Musik.

So kurz und prägnant lässt sich der gemeinsame Schwerpunkt für Markus und Thomas bisher nicht ausdrücken. Die Gemeinden haben unterschiedliche Strukturen entwickelt und sprechen z.T. verschiedene Zielgruppen an. Dennoch fand sich bei der Suche nach einem gemeinsamen Schwerpunkt eine Formulierung, die eine zusammenführende Spur legt für die zukünftige Arbeit:

Geistlich sprachfähig werden - und bleiben. Das ist ein verbindender und Generationen und Lebensformen übergreifender Wunsch: Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen herausfinden und dann auch für sich und vor anderen formulieren können, wie das ist, mit ihnen und ihrem Leben und Sein in dieser Welt. Welche Quellen nähren? Welche Zusagen tragen? Welche Beziehungen fördern? Welche Werte und Informationen taugen für Standortbestimmung und Weg-Suche?

Klingt das zu abstrakt, zu allgemein, zu abgehoben?

FARBIGE VIELFALT  -  IN ARBEIT

Markus und Thomas müssen noch für sich herausfinden, mit welchen Flächen und Arbeits-Schwerpunkten, sie sich ihre Zukunft vorstellen können. Diesen Klärungs-Prozess haben die Gemeinden an der Altstadt-, der Stadt- und der Schloßkirche inzwischen hinter sich. Hier ist bereits die Umsetzung-Phase angebrochen.

Ein Blick in die Innenstadt zeigt:

Die Altstadtgemeinde verabschiedet sich von ihrem großen Gemeindehaus und wird in Zukunft ihre lebensfrohe Arbeit mit Schwerpunkt „Diakonie“ in der Kirche und im Kirchenanbau (sogenanntes „Säle“) zu leisten versuchen. Ein für viele schmerzhafter Abschied, und gleichzeitig ist da viel Mut, Entschlossenheit und Zuversicht, die Herausforderungen der neuen Rahmen­bedingungen anzunehmen und zu meistern.

Die Michaelsgemeinde an der Schloßkirche hat ihr Gemeindehaus und das Pfarramt an die Stadt Pforzheim verkauft und wird sich „vor Ort“ in Zukunft mit dem begnügen müssen, was die Schloßkirche hergibt. Der Schwerpunkt „Ökumenische Citykirche“ gepaart mit einem weiten Spektrum an unterschiedlichsten Gottesdienst-Formaten und besonderen Konzerten bzw. Events soll hier auch in Zukunft voll zur Entfaltung kommen. Dafür machen sich Pfarrerin und  Ältestenkreis stark.

Die Stadtkirche verliert mit dem Verkauf des Lutherhauses ebenfalls Räumlichkeiten, die für den Schwerpunkt „Musik“ eine wichtige Rolle gespielt haben. Außerdem muss das Gemeindehaus an der Rennfeldstraße  mitsamt ehemaligem Pfarrhaus an der Melanchthonstraße weichen und Platz machen für einen neuen Gebäudekomplex, der neben den Büros und gemeinsamen Gemeinderäumen für die drei Innenstadtgemeinden auch das Kantorat, das Dekanat, das Schuldekanat, die Kirchverwaltung und die Diakonischen Werke Pforzheim Stadt und Land beheimaten soll.

Drei Beispiele, die zeigen, wie Gemeinden auf dem Weg sind, um die Arbeit, die ihnen am Herzen liegt, auch mit reduzierten eigenen Flächen und schmalerem Budget weiter zu leisten und sich die Freude daran nicht nehmen zu lassen.

REGION NORD & REGION MITTE

Die beiden Nordstadtgemeinden Markus und Thomas haben weitere Weggefährt*innen gefunden. Es sind die drei Innenstadtgemeinden an der Altstadt-, der Stadt- und der Schlosskirche. Erste Zusammenkünfte von Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakonin und Diakon sowie den Ältestenkreisen machten schnell deutlich, dass es ein JA zueinander und zu der gemeinsamen Zukunft gibt. Dabei ist allen sehr wohl bewusst, was für eine riesige Aufgabe es ist, fünf Gemeinden so aufeinander abzustimmen, dass sie zusammenwachsen können zu einer Gemeinde und dabei kein Grau ergeben, sondern farbige Vielfalt den großen Raum erfüllt. Es ist allen klar: Das stemmen wir nicht mal eben so. Das wird viel Arbeit werden, da werden Fehler vorkommen, da ist mal für die einen, mal für die anderen vielleicht auch mit schmerzhaften Zugeständnissen zu rechnen.  

Als Zeitpunkt der Fusion ist das Jahr 2019 im Blick – wenn die Amtszeit der jetzigen Ältesten endet. Für die vielen Schritte, die wir bis dahin noch gehen müssen, haben wir uns auch in dieser Runde Begleitung gesucht. Ein „Fahrplan“ wurde aufgestellt. Und unterstützt durch das Beraterteam geht es jetzt darum, an den einzelnen Stationen zu erledigen, was ansteht. 

MARKUS & THOMAS

Schon ehe der Strukturprozess uns dazu „nötigte“, gab es in unseren beiden Gemeinden ein gutes Neben- und Miteinander, den Wunsch das zu erhalten und zu gestalten und dann im Laufe der Zeit auch zunehmend Gemeinsames. Wir nehmen also eine vorhandene Bewegung auf und intensivieren sie, wenn wir heute gezielt auf ein Zusammenwachsen hindenken und –arbeiten: Hier ein paar Beispiele:

Wir haben uns einen Hausmeister „geteilt“, heute eine Mitarbeiterin im BfD. Es gibt einen gemeinsamen Gemeindebrief und die Zeiten, in denen die Pfarrämter besetzt sind, sind aufeinander abgestimmt. Im Posaunenchor der Markusgemeinde fanden Bläserinnen und Bläser aus der Thomasgemeinde Aufnahme, und inzwischen im zweiten Jahr gibt es für Jugendliche aus beiden Gemeinden eine gemeinsame Konfi-Zeit und Konfirmation. 2016 gab es den ersten gemeinsamen Gemeinde-Ausflug und schon zahlreiche gemeinsame Gottesdienste nach dem neuen Gottesdienst-Modell. Wir laden bewusst gegenseitig zu unseren Kreisen und Gruppen ein und wollen den Blick dafür öffnen, dass diese zwar an unterschiedlichen Orten stattfinden und ihre Wurzeln in verschiedenen Gemeinden haben, dass aber ihr Wert/ihre Bedeutung nicht vom Erhalt  alter Gemeindestrukturen abhängig ist.

Uns ist klar, dass im Verlauf des Zusammenwachsens auch schwierige und schmerzhafte Entscheidungen getroffen werden müssen. Und so haben wir uns für diesen Prozess professionelle Begleitung gesucht.

Uns ist ebenfalls klar, dass wir auch zu zweit noch „zu klein“ wären, um auf Grundlage der Zahlen, finanziell überlebensfähig zu sein. Deshalb haben wir weitere WeggefährtInnen gesucht – und gefunden.

ZAHLEN HABEN NICHT DAS LETZTE WORT

Es mögen die Zahlen sein, die uns auf einen neuen Weg drängen. Doch wie wir ihn gehen, mit wem und auf welche Ziele hin, ist damit nicht vorgegeben. Pfarrerinnen und Älteste unserer beiden Gemeinden haben sich früh entschlossen, den Zwang, der dem Aufbruch zugrunde liegt, nicht zu leugnen, doch gleichzeitig den neuen Weg als Chance wahrzunehmen und zu nutzen.

Auch der neue Weg soll ein Weg sein, auf dem Gott uns begleitet, begegnet, berührt, bewegt … Und wer mag und kann, ist herzlich eingeladen diese Weg-Suche in das eigene Gebet/das persönliche Gespräch mit Gott hineinzunehmen.

Die Markus- und die Thomasgemeinde sind in regionaler Nachbarschaft schon einige Jahre zumindest auf Teilstrecken gemeinsam unterwegs. Um den Zahlen Rechnung zu tragen und finanziell existenzfähig zu bleiben, ist jedoch mehr nötig. Ein Mehr an Zusammenwachsen und ein Mehr an WeggefährtInnen. 

HINHÖREN, WENN „ZAHLEN SPRECHEN“

Allen Beteiligten wäre es sicher lieber, das nicht zu tun. Aber ein Weghören würde die Fakten nicht ändern. Also hören und sehen wir hin und stellen uns der Tatsache, dass es die finanzielle Situation der Gemeinden aufgrund von schwindenden Mitgliederzahlen nicht mehr erlaubt, in bisheriger Form weiterzuleben.

Viele Gebäude sind in die Jahre gekommen und erfordern Investitionen. Und gemessen an den aktuellen und für die Zukunft prognostizierten Mitgliederzahlen, haben die meisten Gemeinden auch mehr Gebäudefläche als ihnen „zusteht“ und somit aus Kirchenmitteln bewirtschaftet und erhalten werden kann.  

Eine derartige „Rechnung“ präsentiert zu bekommen, löst vielfältige Emotionen aus. Wehmut, … Trauer, … Empörung, … Enttäuschung, … Wut. Vieles dazwischen und manches mehr. Pfarrerinnen und Ältesten der Markus- und Thomasgemeinde ist es wichtig:

1. neben den Zahlen auch die Menschen zu hören und zu sehen

2. den Aussagen der Zahlen nicht das „letztes Wort“ zu überlassen